Enteignungen wären keine Lösung für Berlins Probleme am Wohnungsmarkt. Denn das Hauptproblem ist: es gibt zu wenig freie Wohnungen. Die Nachfrage nach Mietwohnungen übersteigt seit Jahren das Angebot an Mietwohnungen. Dagegen hilft nur: mehr bauen. Nämlich günstige Mietwohnungen. Was wäre dazu wichtig?

Mehr und bezahlbares Bauland
Da gibt es vor allem drei Stellschrauben. Die erste: mehr und bezahlbares Bauland. Das Land Berlin muss dafür sorgen, dass Genossenschaften und andere gemeinwohlorientierte Bauherr*innen öffentliches Bauland zu vertretbaren Konditionen kaufen können. Stattdessen will das Land Baugrundstücke nur noch in Erbpacht anbieten – und das auch nur für 60 Jahre. Das ist für die sehr langfristig orientierten gemeinwohlorientierten Vermieter*innen nicht machbar. Gleichzeitig erschweren Widerstände aus Nachbarschaften Quartiersergänzungen auf eigenen Grundstücken. Die Folge: Gerade Berlins Genossenschaften bauen wesentlich weniger, als sie eigentlich wollen.

Eine Verwaltungsreform
Die zweite Stellschraube: Eine Verwaltungsreform, damit die Verwaltung modernisiert und digitalisiert wird. Hierbei könnten auch mehr Planungs- und Genehmigungskompetenzen von den Bezirken auf den Senat übergehen. Bauplanungsverfahren würden so einfacher, transparenter und schneller werden.

Mehr Perspektiven für alle Berliner*innen
Und die dritte Stellschraube: Berlin muss sein Wachstum als Geschenk begreifen. Als Chance, von der alle profitieren können und sollen. Weil eine wachsende Stadt mit mehr Arbeitsplätzen, mehr Steuereinnahmen, mehr Wohnraum auch mehr Perspektiven für alle Berliner*innen bietet. Auf bessere Einkommen. Auf mehr Investitionen – in Nahverkehr, Bildung, Sozialwohnungen, Gesundheit, Sicherheit, Erholung, Verwaltung. Und auch auf günstigere Mieten: das haben die 90er und 2000er Jahre gezeigt. Damals war wegen des kräftigen Baubooms das Mietwohnungsangebot in Berlin deutlich größer als die Nachfrage. Entsprechend blieben die Mieten viele Jahre lang stabil. Da müssen wir wieder hin.

→ Bauen ist clever. Enteignen nicht.